SmartRegio

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Workshop „Von Geodaten zu regionalem Wissen“ – SmartRegio lädt ein

Am 7. September veranstaltet SmartRegio einen Workshop unter dem Titel „Von Geodaten zu regionalem Wissen“ zu dem wir Sie herzlich einladen. Dazu gehen wir zunächst darauf ein, was Geodaten ausmacht und wie sie klassisch genutzt werden. Anschließend gehen wir auf weitere Potentiale und speziell auf die Erkenntnisse und Ergebnisse des SmartRegio-Projekts ein. In SmartRegio dient die Erhebung und Auswertung großer Datenmengen dazu, raumbezogene Entwicklungen zu erkennen. Beispiele sind etwa Verhaltensmuster, demographische Unterschiede und die Reaktion auf gesellschaftliche oder technologische Trends in verschiedenen Stadtteilen. Mittels dieser können sich Unternehmen, Städte und Gemeinden besser auf die lokale Bevölkerung einstellen. Die Grenze zieht der Datenschutz. Social Media, aber auch Kundendaten sind (oftmals) personenbezogen und somit geschützt. Aber auch aus unkritischen Daten mit Orts- und Zeitbezug können Personen identifiziert werden, wenn diese gemeinsam verarbeitet werden. Diese Grenze ist zu beachten.

„Location Intelligence“ für die kleinen

In SmartRegio wurde gemeinsam mit den Stadtwerken und der Stadtverwaltung Kaiserslautern untersucht, wie sich räumliche Datenanalyse einfach, günstig und flexibel nutzen lässt. Große Unternehmen setzen „Location Intelligence“ bereits ein, aber sie ist aufwendig und teuer. Die modulare SmartRegio-Plattform wertet Geo- und Massendaten in Verbindung mit den Geschäftsdaten der Anwender zeit- und raumbezogen aus. Und sie ist kostengünstig, so dass sie auch für kleine Unternehmen (KMU) sowie Städte und Gemeinden bezahlbar wird. Speziell widmete sich SmartRegio technischen Fragen zur räumlichen Datenanalyse („Spatial Data Analytics“) sowie Datensicherheit, Datenschutz, rechtlichen Aspekten und Geschäftsmodellen der Geodatenverarbeitung. Bei der Umsetzung kamen aktuelle Methoden und Tools rund um Big-Data- und Geodatenverarbeitung zum Einsatz. Dazu zählen beispielsweise Talend Open Studio, Elasticsearch, Camunda, Spark, CKAN sowie Kibana und einige Eigenentwicklungen für Social-Media-Analyse und Visualisierungen.

Zwei zusätzliche Gastvorträge

Neben den beteiligten Partnern erwarten wir zum Workshop mit großer Spannung zwei Gastvorträge. Professor Till Nagel von der Hochschule Mannheim wird Techniken zur Darstellung von Geodaten vorstellen. Gemeinsam mit seinen Studierenden und Mitarbeitern erzeugt er eindrucksvolle Bilder vom Puls der Städte, wenn sich Tausende oder gar Millionen Menschen in die Zentren und wieder nach Hause bewegen. Der zweite Vortrag von Eike Richter von der Senatskanzlei der Stadt Hamburg behandelt die Digitalisierung. Dort werden derzeit die Weichen auf Zukunft gestellt. Dabei stellen sich viele spannende rechtliche Fragen. Wem „gehören“ Daten. Wer darf sie nutzen und wozu? Und wer trägt die Verantwortung, wenn eine Stadt aus Daten Entscheidungen ableitet. Darf sie das überhaupt? Die kostenlose Veranstaltung „Von Geodaten zu regionalem Wissen“ findet am 7. September 2017 am DFKI in Kaiserslautern statt. Um Anmeldung per E-Mail an smartregio@disy.net wird gebeten.

SmartRegio: Strategische Datenanalyse für den Mittelstand

SmartRegio ist am 07.11. in der Meistersingerhalle Nürnberg bei der Roadshow smarter_mittelstand d1gitalisierung 4.0. Am Stand unseres Projektpartners, des DFKI stellen wir Ihnen strategische Datenanalyse für den Mittelstand vor.

Strategische Datenanalyse als Erfolgsfaktor

Mittelständler sind häufig stark in ihrer Region verwurzelt. Aber kennen sie Ihr Umfeld? Bekommen sie alles mit, was Ihre Kunden bewegt und verändert? Viele Großunternehmen nutzen seit Jahren Datenanalyse als Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg. Von Anfang an werden die räumliche Lage, die Lage der Kunden, deren Bedürfnisse, die Standorte der Wettbewerber, deren Strategie, deren Angebot und Service genau analysiert. Der Umsatz eines neuen Geschäfts kann so bis auf wenige Prozent ermittelt werden – lange bevor die Tür steht, durch die der Kunde eintritt. Auch später  beantworten Daten viele wichtige Fragen. Schöpfe ich mein Potential gut ab? Was machen andere besser? Wo und wie könnte ich noch wachsen? Wie muss ich mich präsentieren?

Schwaches Angebot für den Mittelstand

Den Datenmarkt dominieren bisher wenige Anbieter. Deren Daten sind teuer, denn sie werden speziell erhoben und aufwändig ausgewertet. Aber sie verlieren auch schnell an Gültigkeit und hohe Einstiegspreise garantieren keinesfalls einen hohen Nutzen. Ein Vergleich verschiedener Daten, deren schnelle Zusammenführung, Ergänzung mit weiteren Informationen und ihre Betrachtung im Zeitverlauf sind kaum möglich. Daher sind die Angebote gerade für Mittelständler eher ungeeignet. SmartRegio setzt hingegen auf ständig verfügbare und kostengünstige Datenquellen und soll damit strategische Datenanalyse für den Mittelstand ermöglichen. Wir möchten Ihnen sagen können, ob Ihr Standort, Ihr Portfolio, Ihr Service morgen noch attraktiv sind. Im Vordergrund stehen dabei:

  • Vereinheitlichung und Vergleich vieler Daten,
  • Erkennung lokaler Trends,
  • Bedarfsabhängige Preismodelle,
  • Intuitive Bedienung.

SmartRegio unser Beitrag zur Digitalisierung

Viele Mittelständler haben Daten. Ihre Kontaktpunkte zu Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten und Partnern spiegeln eine Entwicklung wieder. Sind sie sich dessen bewusst? Für sich genommen ist der Nutzen selbstverständlich begrenzt. Betrachten wir sie im Kontext, bekommen sie Bedeutung und verleihen Ihrem Unternehmen Augen und Ohren für die Bedürfnisse ihrer Kunden. Teilen Sie uns Ihre Anforderungen mit und wir zeigen Ihnen, was wir bald für Sie tun können.

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Dann sprechen Sie uns an! Wir freuen uns darauf!

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Artikel „Compliance-by-Design-Anforderungen“ in ZD erschienen

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Datenschutz (ZD 2016, 267 ff.) befasst sich ein im Rahmen von Smart Regio entstandener Artikel ausführlich mit dem rechtlichen Phänomen von „Compliance-by-Design-Anforderungen. Hinter „Compliance by Design“ steht die Erkenntnis, dass rechtliche Anforderungen oft tief in die Prozesse und die Architektur einer Software hineinwirken. SmartRegio ist ein gutes Beispiel: Eine SmartRegio-Plattform die, auf bestimmte Daten angewandt, Recht bricht, ist illegal. Werden alle kritischen Quellen eliminiert, ist sie mögicherweise nutzlos. Soll sie differenzieren und so auch kritische Daten im Rahmen des Zulässigen nutzen dürfen, ist jeder Teil der Plattform betroffen, von der Integration über die Verarbeitung bis hin zur Visualisierung von Daten. Das erreicht man am ehesten, wenn rechtliche Anforderungen schon vor der eigentlichen Entwicklung im Systementwurf berücksichtigt werden. In einer solchen Lösung ist Rechtskonformität Teil des Designs, also Compliance-by-Design realisiert. Der Beitrag setzt sich damit auseinander:

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In der zunehmend datengeprägten und -zentrierten Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts sind Daten der neue Rohstoff. Steigende Speicherkapazitäten, immer schnellere Rechnergeschwindigkeiten, sinkende Kosten und eine immer stärker werdende Vernetzung und Digitalisierung ermöglichen es, große Datenbestände in immer kürzeren Zeiten zu analysieren und auszuwerten. Häufig werden damit die Begriffe „Big Data” bzw. „Smart Data” verknüpft. Gleichzeitig geht damit aber auch das Risiko einher, dass personenbezogene Daten Gegenstand derartiger Analysen und Auswertungen werden, sodass die Datenverarbeitung für die betroffenen Personen ein erhöhtes Gefahrpotenzial birgt. Deshalb müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen und Anforderungen zwingend berücksichtigt werden, da nur rechtskonforme Lösungen zur gesellschaftlichen Akzeptanz neuartiger technischer Innovationen führen. Der Aufsatz untersucht daher das Phänomen „Smart Data” näher und geht insbesondere auf die Nutzung von Smart Data im Energiesektor ein.

Big Data und Smart Data in der universitären juristischen Ausbildung

Smart Dlogo_goethe-uniata Technologien – wie sie auch in SmartRegio entwickelt und erforscht werden – stellen insbesondere auch das Recht vor neue Herausforderungen. So müssen etwa neben urheber-, wettbewerbs-, vertrags- und haftungsrechtlichen Fragen auch datenschutzrechtliche Anforderungen berücksichtigt und erfüllt werden. Dabei erwächst augenblicklich dem Datenschutzrecht eine besondere Aufmerksamkeit, da die bisher geltenden nationalen Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) nur noch bis Anfang 2018 Gültigkeit beanspruchen. Die ab dem 25. Mai 2018 geltende Europäische Datenschutzgrundverodnung wird das bisherige Recht in weiten Teilen verdrängen. Gleichwohl verbleibt den Mitgliedstaaten in einzelnen Teilen weiterhin ein gewisser Spielraum für eigene Regelungen (sogenannte Öffnungsklauseln, die insbesondere den öffentlichen Bereich betreffen).

Im Rahmen des Seminars „Die neue Europäische Datenschutzgrundverordnung“ am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Informationsrecht, Umweltrecht und Verwaltungswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main beschäftigen sich Jurastudentinnen und -studenten u.a. auch mit rechtlichen Fragestellungen rund um das Thema Big Data / Smart Data. So gibt es etwa Themen zur allgemeinen datenschutzrechtlichen Zulässigkeit von Big Data Anwendungen und zu Big Data Anwendungen und dem Grundsatz der Zweckbindung. Damit werden bereits frühzeitig aktuelle Themen, die an der Schnittstelle zwischen Technik und Recht angesiedelt sind, in die universitäre Ausbildung mit einbezogen. Juristinnen und Juristen werden zeitig geschult, sich auch mit technischen Sachverhalten und deren datenschutzrechtlicher Bewertung auseinanderzusetzen. Gewonnene Erkenntnisse aus Smart Regio können so unmittelbare in die universitäre Ausbildung einfließen.

Rechtssicherheit in Smart Data Anwendungen

Am 23. Februar 2016 fand der 2. Workshop der Fachgruppe „Recht“ im Rahmen der Smart Data Begleitforschung im SpreePalais in Berlin statt. Er wurde von PD Dr. Oliver Raabe und Manuela Wagner geleitet. Das Ziel der Veranstaltung bestand darin, die geförderten Smart Data Leuchtturmprojekte zu vernetzen, um Rechtssicherheit in Smart Data Anwendungen zu ermöglichen. Dazu wurden gemeinsame rechtliche Fragestellungen gesammelt, diskutiert und erste Lösungen gefunden.

DSC_0132Die zentralen Themen des aktuellen Workshops waren diesmal „Daten als Wirtschaftsgut“ und „(neue) Datenschutzkonzepte“. Zum Auftakt der Veranstaltung hielt Dr. Duisberg (Partner der Kanzlei Bird & Bird) einen Vortrag zum Thema „Datenhoheit und Recht des Datenbankherstellers“. Konkret ging es darum, ob es rechtlich ein „Eigentum an Daten“ geben müsse und wenn ja, was dann darunter zu verstehen sei. Anschließend ging Frau Prof. Weber von der Hochschule Hof auf „Smart Data und Wettbewerbsrecht“ ein. (Anmerkung: Das Wettbewerbsrecht will einen fairen Wettbewerb auf Märkten garantieren. Es setzt sich aus mehreren Gesetzen und vielen Einzelvorschriften zusammen.) Nach ihrer Ansicht wird dabei zu sehr auf personenbezogene Daten geschaut. Andere Probleme würden nicht separat diskutiert und blieben so oft ungelöst. (Anmerkung: In SmartRegio gilt wettbewerbsrechtlich, dass Strom- und Gasnetzbetreiber alle Lieferanten gleich behandeln müssen. Die Stadtwerke sind aber Lieferant UND Netzbetreiber. Deshalb darf der interne Netzbetrieb keine Daten an den internen Lieferanten geben, die andere Lieferanten nicht bekommen – egal ob personenbezogen oder nicht). Sie erachtet eine getrennte Betrachtung einzelner Rechtsthemen als zielführender. Erst dann könne man die Ergebnisse zusammen führen und in ihrer Gesamtwirkung  betrachten. Teilweise würden zudem Wettbewerbsrecht und Datenschutzrecht gegeneinander ausgespielt. (Anmerkung: Dieses Ausspielen betrifft auch SmartRegio. In einem fairen Wettbewerb müssen alle Wettbewerber die gleichen Informationen haben. Das schließt auch auch Informationen über Personen mit ein, was das Datenschutzrecht aber verbietet.)

Am Nachmittag wurden DSC_0134projektübergreifend verschiedene besonders wichtige Themenfelder identifiziert. Am vordringlichsten ist der Konflikt zwischen Big Data und dem Prinzip der Zweckbindung. Danach dürfen Daten nur für einen zuvor fest definierten Zweck erhoben (gespeichert) und verarbeitet werden. Bei Massendaten für Big respektive Smart Data entscheidet sich aber oftmals erst danach, zu welchem Zweck man sie verwenden kann und will. Dieser Widerspruch ist bisher völlig ungeklärt. Erste mögliche Ansätze stellte hierzu Maximilian von Grafenstein in seinem Vortrag „Das Zweckbindungsprinzip – Vom Ausschluss abstrakter Gefahren zur Kontrolle spezifischer Risiken“ vor. Der Titel sagt schon viel über den Inhalt. Das Zweckbindungsprinzip will den Missbrauch personenbezogener Daten verhindern. Dazu gibt es zwei Wege. Derzeit ist nur die Verarbeitung zu dem vorher angegebenen und nicht missbräuchlichen Zweck erlaubt. Dadurch werden viele unproblematische Anwendungen von Big oder Smart Data  verboten. Oder man verbietet spezifische riskante Formen der Verarbeitung. Das würde solche Anwendungen ermöglichen.

Weitere identifizierte rechtliche Themenfelder waren die Anonymisierung und Pseudonymisierung von personenbezogenen Daten, der Umgang mit frei zugänglichen und öffentlichen Daten und die unterschiedlichen Datenarten.

DSC_0170Der bestens organisierte Workshop konnte die rechtlichen Herausforderungen der unterschiedlichen Smart Data Projekte zusammenbringen, gemeinsame Problemfelder identifizieren und auch erste Lösungsvorschläge eruieren. Es bleibt zu hoffen, dass in kommenden Workshops die rechtlichen Problemfelder bei der Nutzung von Smart Data weiter vertieft werden können, um neue Lösungskonzepte zu entwickeln, sodass derartige technische Innovationen auch rechtskonform gestalten werden können.

Smart Data – Smart Privacy?

Unter dem Schlagwort „Smart Data – Smart Privacy?“ hat die Begleitforschung (Fachgruppe Recht) ein erstes Thesenpapier veröffentlicht. Auch SmartRegio hat daran mitgewirkt. Es geht um einen Grundsatzkonflikt. Auf der einen Seite steht Datenschutz. Auf der anderen Seite steht Smart Data. Datenschutz will den Missbrauch von bestimmten Daten verhindern und zwar Daten über Menschen. Dabei setzt es auf bestimmte Prinzipien, wie etwa das „Gebot der Datenvermeidung & Datensparsamkeit“, das „präventive Verbot mit Erlaubnisvorbehalt“ und die „Zweckbindung“. Erstes besagt, dass solche Daten am besten gar nicht gesammelt werden sollen. Das zweite verbietet jeglichen Umgang damit, wenn er nicht (per Gesetz) ausdrücklich erlaubt ist. Und das dritte beschränkt die Erlaubnis auf einen vorher festzulegenden Zweck. Smart Data hingegen möchte aus Massendaten nützliche Information gewinnen. Was nützlich ist – der Zweck – ergibt sich aber oft erst hinterher. Außerdem schließt Massendaten auch Daten über oder von Menschen mit ein. Und es werden verschiedenste Daten kombiniert. Dabei kann der Bezug zu Menschen erst sichtbar werden. Schon heute bewegen sich deswegen viele Datendienste am Rande der Legalität.

SmartRegio als typisches Beispiel

Das zeigt sich auch an unserem Projekt SmartRegio. Die Rohdaten beziehen sich teilweise auf Kunden, Nutzer sozialer Medien oder lokaler Dienste. Natürlich kann man diesen Teil löschen. Aber durch die Kombination mit anderen Datenquellen können selbst unkritische Daten wieder datenschutzrelevant werden. Besonders kritisch ist dabei der räumliche und zeitliche Bezug der Daten. Ist die Analyse zu fein, lassen sich die Informationen einzelnen Menschen zuordnen. Ist sie zu grob, sinkt der Mehrwert für das Unternehmen. Das Ziel von SmartRegio ist klar legitim. Wir sollen keine Menschen ausspähen, sondern Unternehmen helfen, bessere Entscheidungen zu treffen und einen besseren Service zu bieten. Aber dieselbe Technologie könnte auch missbräuchlich, zum Beispiel zur Profilbildung identifizierbarer Kunden, genutzt werden. Damit Gebrauch ermöglicht, Missbrauch aber ausgeschlossen bleibt, braucht es intelligenten Datenschutz oder Smart Privacy. Wir haben das kommen sehen und arbeiten deswegen mit Datenschutzexperten zusammen.

Erstes Thesenpapier der Begleitforschung

Der Konflikt zwischen der Nutzung großer Datenmengen und Datenschutz ist damit eine große Herausforderung für Smart Data insgesamt. Er wird daher als ein Kernthema der Begleitforschung behandelt. Im nun erarbeiteten Thesenpapier Smart Data – Smart Privacy?  der Fachgruppe Recht wird ein erster Überblick über die aktuellen Fragestellungen gegeben. Außerdem werden Forschungsansätze vorgestellt, die zur Auflösung dieses Konflikts beitragen können. Die zugehörige Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) finden Sie hier.

 

Smart Data Konferenz Berlin

Am 24.04.2015 fand in den Räumen des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin die Smart Data Konferenz statt. Sie stand unter dem Motto: „Deutschland und Europa auf dem Weg zu einer digitalen Datenökonomie“. Tatsächlich entwickeln sich Daten zunehmend zu einem weiteren Produktionsfaktor, der neue Geschäftsmodelle begründet und altbekannte völlig neu definiert. Zudem haben Daten Besonderheiten, die sie von klassischen Gütern abgrenzen. Sie verbrauchen sich nicht, sondern können unbegrenzt geteilt, weitergegeben und wiedergenutzt werden. Das stellte Frau Zypris, zuständige parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, in ihrer Eingangsrede fest. Bereits hier ging sie auf die Projekte SAKE, SmartRegio, ExCELL und KDI ein, die das besonders verdeutlichen.

Vertreter aus der Praxis …

… lieferten im Anschluss einige Einsichten in die Big und Smart Data-Aktivitäten verschiedener Branchen. In der Automobilindustrie, so Dr. Riedel (Audi AG), führt allein die Speicherung der Messdaten operativer Sensorik unweigerlich zu Massendaten, über deren Analyse sich bspw. Ursachen für Qualitätsschwankungen erkennen und Optimierungspotentiale identifizieren lassen. Bei Siemens wiederum werden darüber hinaus auch hochspezielle Plattformen aus Forschungsprojekten eingesetzt, um beispielsweise die Verfügbarkeit des Kernbeschleunigers CERN zu verbessern. Herr Dr. Storz lieferte zunächst einen anschaulichen Vergleich zum BIG in Big Data. Die Kapazität der größten weltweit geplanten Speichereinrichtung entspricht demnach der Informationsmenge einer Reihe von Aktenordnern, die tausendmal von der Erde bis zur Sonne reicht. Anschließend ging es um Big Data im Gesundheitssektor. Hier treffen große Potenziale und steigende Bedürfnisse auf die wohl größten Hemmnisse. Von Big respektive Smart Data verspricht man sich dort jedenfalls vieles – von Diagnoseverbesserung und Früherkennung über Optimierung bis hin zu völlig neuen individuellen Therapieansätzen. Auch sorgt die Demographie für wachsenden Effizenzdruck. Allerdings stellt die Regulierungsdichte solche Ansätze vor große Herausforderungen. Zu nennen sind hier insbesondere datenschutzrechtliche Vorgaben und die Medical Device Regulation (MDR). Lösungen dafür sind ein zentrales Thema im Projekt InnOPlan.

Paneldiskussion: Die Zukunft des Mittelstands ist datengetrieben

Smart Data 2015Der Titel der Diskussion wurde in der Debatte eher mit einem Fragezeichen versehen. Zu Anfang stellten die Vertreter der Projekte SAKE, SmartEnergyHub, iTESA und SmartRegio diese vor. SAKE behandelt die Auswertung von Maschinendaten, Smart Energy Hub ermöglicht Infrastruktureinrichtungen (Flughäfen, Häfen etc.) die Teilnahme am Energiemarkt. iTESA verwendet Live-Daten, um Risiken für Geschäftsreisende früh zu erkennen. Im Anschluss ging es um die Potentiale von Smart Data im Mittelstand. Mittelständler interessieren sich bereits für Big Data, soweit es die Auswertung eigener Daten zu eigenen Zwecken betrifft. Das ist nachvollziehbar, denn verwandte Trends wie Business Intelligence und Data Warehousing sind bereits etabliert. Big Data verspricht dabei mehr und bessere Ergebnisse. Anders sieht es hingegen dort aus, wo die Weitergabe von Daten notwendig ist, rechtliche Probleme auftreten oder das Erlösmodell neu ist. Insbesondere die mangelnde Bereitschaft zur Herausgabe eigener Daten wiegt schwer und betrifft nicht nur Unternehmen, sondern auch andere Institutionen. Open Data ist in Deutschland noch ein Randthema. Das hemmt die Entwicklung einer echten Datenökonomie, denn dazu braucht es die Erlaubnis und Bereitschaft, Daten an andere und für andere Zwecke bereit zu stellen…

Offene Datenquellen in mobilen Anwendungen

Darum ging es in der zweiten Vorstellungsrunde der Smart Data Projekte mit sd-kama und ExCELL. Ersteres beschäftigt sich mit Katastrophenschutz und wird von der Stadt Köln unterstützt. Daten stammen hier aus verschieden Quellen, zu denen neben Satellitenbilden, Wetterdaten und speziellen Sensoren auch Information von und über Menschen gehören. Hier ergibt sich eine neue Qualität, denn diese Daten sind potentiell rechtlich geschützt und auch nicht unmittelbar zugänglich. In ähnlicher Weise trifft dies auch auf ExCELL zu, dass sich mit der Optimierung von City-Logistik beschäftigt und dazu u.a. Daten der Crowd nutzt. Diese Projekte können nur dann erfolgreich sein, wenn Menschen und Firmen Daten zu diesem Zweck herausgeben. Hierfür ist Vertrauen nötig und kritische Fragen zum Thema Daten- und Geheimnisschutz müssen dringend beantwortet werden. Der Widerspruch zum Datenschutz ist dabei nicht etwa konkret und technisch, sondern grundlegend: Prinzipien wie Datensparsamkeit und Zweckbindung sind mit Big Data grundsätzlich nicht vereinbar.

Datenmanagement und -Analyse neu definiert

Das ist Kernthema der Projekte SD4M, KDI und SAHRA. Wenn die für ein Geschäftsmodell notwendigen Daten jenseits der Grenze eines Unternehmens liegen, können Daten nicht mehr traditionell gehalten und analysiert werden. Im Projekt SD4M geht es um Smart Data für die multimodale (verkehrsmittelübergreifende) Mobilität und Empfehlungen bei kurzfrisitigen Ereignissen. KDI versucht medizinische Information ganzheitlich zu analysieren. SAHRA beschäftigt sich mit der zielgerichteten Analyse von Krankengeschichte und Behandlungshistorie von Millionen von Kunden einer großen Krankenkasse. In allen Fällen müssen Daten flexibel analysierbar vorgehalten werden. Obendrein handelt es sich (teilweise) um personenbezogene Daten. Insofern spielt auch hier der Datenschutz eine besonders wichtige Rolle.

Data-Driven Innovation – European Opportunities and Challenges

Das Smart Data Programm ist eingebettet in eine europäische Strategie. Das wurde durch die Diskussion unterstrichen, an der neben Vertreter des BMWi und BMBF auch solche der Europäischen Kommission und mehrere nationaler und internationaler ICT-Verbände teilnahmen. In ihr ging es darum, den notwendigen rechtlichen und institutionellen Rahmen für eine Datenökonomie zu beschreiben. Dabei gelten Daten als vierte volkswirtschaftliche Ressource (neben Arbeit, Kapital und Boden). Eine Datenökonomie setzt voraus, dass Daten wie andere Ressourcen frei allokierbar sind. Sind Unternehmen und Institutionen bereit und berechtigt, Daten anderen Akteuren zur Verwertung weiterzugeben, entsteht ein gigantisches ökonomisches Potential, denn wie eingangs erwähnt gibt es bei Daten im Gegensatz zu anderen Ressourcen nicht nur ein ‚entweder-oder‘, sondern ein ‚auch‘. Dadurch können die Daten gewinnbringend eingesetzt werden. Die Voraussetzungen hierfür müssen auch auf europäischer Ebene geschaffen werden. Das wurde auch von Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, so gesehen, der Daten in seinem Vortrag unter dem Titel „The currency of the Digital Single Market“ als neue Währung betrachtete.