SmartRegio

Smart Data Begleitforschung Workshop 2017

Vergangene Woche trafen sich in den Räumen des Smart Data Forums Berlins im Rahmen der Workshops der Smart Data Begleitforschung die geförderten Smart Data Projekte, um über aktuelle und künftige rechtliche und technische Herausforderungen zu diskutieren – auch wir von SmartRegio waren vor Ort. Die wie immer bestens organisierten Workshops konnten so in besonderer Weise zu einem effektiven Informationsaustausch beitragen.

Erster Workshoptag – Datenschutz und Sicherheit

Den Auftakt des gemeinsam veranstalteten Workshops der Fachgruppen Recht und Sicherheit der Begleitforschung am Donnerstag bildete ein gemeinschaftlicher Einführungsvortrag von Smart Regio Mitarbeiter Dr. Sebastian Bretthauer sowie den Kollegen der Begleitforschung Manuela Wagner und Dr. Matthias Huber zum Thema „Anonymisierung und Risikominimierung“. Dabei wurde auf die rechtlichen und technischen Herausforderungen eingegangen und insbesondere das im vergangenen Jahr erlassene Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum Personenbezug von dynamischen IP-Adressen vorgestellt und analysiert. Auch eine Einführung in die technischen Methoden der Anonymisierung wurde vorgestellt.

In den sich anschließenden zwei folgenden Vorträgen wurden Tools zur technischen Anonymisierung präsentiert. Dr. Fabian Prasser (TUM) widmet sich zunächst der Anonymisierung relationaler Daten, bevor Dr. Matthias Ihle konkret das Averbis DeID-Tool zur Anonymisierung und De-Identifizierung von Freitexten vorstellte. Die dabei vorgestellten technischen Methoden zur Anonymisierung personenbezogener Daten wurden auch in SmartRegio geprüft und auf ihre Anwendbarkeit für das Projekt untersucht.

Der nach der Mittagspause stattfindende Gedankenaustausch in den einzelnen Breakout-Gruppen konnte ebenfalls zu neuen Erkenntnissen beitragen. Dabei standen insbesondere die Abgrenzung von Sach- und Personendaten, die Anonymisierung von Gesundheits- und Bilddaten sowie das Text Mining öffentlich zugänglicher Daten im Vordergrund. Besonders informativ waren die rechtlichen Ausführungen zum Text Mining öffentlich zugänglicher Daten, stellen sich dort besondere datenschutzrechtliche Herausforderungen unter Geltung der kommenden Europäischen Datenschutzgrundverordung (DS-GVO).

Abgerundet wurde der Workshoptag durch eine interessante und kontroverse Podiumsdiskussion zwischen Dr. Jens Eckhardt, Dr. Matthias Ihle, Dr. Thilo Weichert und Dr. Fabian Prasser; moderiert von PD. Dr. Oliver Raabe. Besonders umstritten war dabei die Reichweite des Urteils des EuGH zum Personenbezug von dynamischen IP-Adressen und die damit verbundene Frage nach der rechtlichen Auslegung des Begriffs der personenbezogenen Daten. Mit Dr. Eckhardt, der einen relativ geprägten Personenbezug vertritt und Dr. Weichert, der einen tendenziell absolut geprägten Personenbezugsbegriff vertritt, trafen zwei gegenläufige Standpunkte aufeinander, die die Diskussion aber gerade besonders interessant machten.

Zweiter Workshoptag – Daten als Wirtschaftsgut

Der zweite Workshoptag der Smart Data Begleitforschung am Freitag war schließlich urheberrechtlichen Fragen im Kontext von Smart Data gewidmet. Zunächst hielt Prof. Matthias Leistner (LUM) eine informative Keynote zum Thema „Konflikt zwischen Zugangsrechten und Geheimnisschutz“. Dabei stand insbesondere die im vergangenen Jahr verabschiedete EU-Richtlinie über den Schutz vertraulichen Know-hows und vertraulicher Geschäftsinformationen vor rechtswidrigem Erwerb sowie rechtswidriger Nutzung und Offenlegung im Mittelpunkt. Die Vielzahl von damit verbundenen rechtlichen Probleme wurde in diesem Zusammenhang überblicksartig dargestellt. Dem folgte der Vortrag von Dr. Till Kreutzer zum Thema „Konflikt zwischen Data Mining und Urheberrecht“. Dabei stand auch der Kommissionsentwurf zu einem reformierten EU-Urheberrrecht im Mittelpunkt der Ausführungen. Schließlich präsentierte Filiz Elmas vom DIN e.V. die DIN SPEC 91349, die eine Taxonomie zu Regelwerken bei Smart Data bereitstellt.

Beide Workshoptage konnten die rechtlichen und technischen Herausforderungen in beeindruckender Weise illustrieren. Auch in SmartRegio stellen sich derartige Anforderungen. Deshalb bleibt zu hoffen, dass auch weiterhin ein intensiver Austausch zwischen Juristen und Technikern stattfindet, um sichere und rechtskonforme Smart Data Lösungen zu generieren.

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