SmartRegio

Buchbeitrag „Smart Home, Smart Grid, Smart Meter – digitale Konzepte und das Recht an Daten“

In dem aktuell erschienen Buch von Oliver D. Doleski „Herausforderungen Utility 4.0 – Wie sich die Energiewirtschaft im Zeitalter der Digitalisierung verändert“ (Springer Verlag, http://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-15737-1) widmet sich ein von Prof. Indra Spiecker gen. Döhmann von der Forschungsstelle Datenschutz der Goethe-Universität Frankfurt am Main verfasster ausführlicher Beitrag den datenschutzrechtlichen Herausforderungen eines modernen Energiemanagements. Ein modernes Energiemanagement setzt auf ein intelligent gesteuertes Energieinformationsnetz, das Smart Grid. In diesem ist der Smart Meter, die intelligente Messstelle beim Nutzer, ein zentrales Instrument für den wechselseitigen Austausch von Informationen. Unter dem Titel Smart Home, Smart Grid, Smart Meter – digitale Konzepte und das Recht an Daten wird darauf eingegangen, welche datenschutzrechtliche Fragen diese gesetzlich forcierte Informationsströme aufwerfen. Der Beitrag stellt zentrale datenschutzrechtliche Leitlinien und Probleme vor und behandelt auch offene Fragestellungen.

Smart Grid vs. Smart Meter

Das Smart Grid bezeichnet ein in Echtzeit gesteuertes Energienetz und seine technischen Komponenten. Smart Meter sind hingegen Stromzähler, die den Stromverbrauch des Kunden feinaufgelöst erfassen, Messwerte übertragen und auch Verbraucher steuern können. Ihr hauptsächlicher Zweck ist die Umsetzung dynamischer Stromtarife, also Tarifen, bei denen auch der Strompreis auch vom Zeitpunkt des Verbrauchs abhängt. So lassen sich Anreize schaffen, Strom genau dann zu verbrauchen, wenn er bspw. durch Sonne und Windenergie, im Überfluss vorhanden ist. Ob beide Teile gekoppelt werden wird derzeit diskutiert. Die Verwendung der Smart Meter-Messwerte in der Netzsteuerung wäre zwar sinnvoll, ist aber auch mit Risiken verbunden. Erstens würden potentiell unsichere Geräte (Smart Meter) in ein hochsensibles Steuerungsnetzwerk eingefügt. Zweitens müssten die Messwerte einzelner Haushalte fein aufgelöst und in Echtzeit übertragen werden. Alternativ können auch die aggregierten Verbräuche auf der Netzebene zur Steuerung verwendet werden.

Datenschutz im Smart Metering und Smart Grid

Das Datenschutzproblem entsteht vor allem durch die Stromverbrauchsdaten privater Haushalte. Sie sind personenbezogene Daten und umso kritischer, je feiner sie erhoben und übertragen werden. Bei hoher Auflösung lässt sich daraus beinahe der gesamte Tagesablauf der Bewohner rekonstruieren. Zudem werden der Einbau des Smart Meters und die Datenerhebung für viele Betroffene zur Pflicht. Für SmartRegio sind diese Fragestellungen von erheblicher Relevanz. Auch bei der Smart Data Analyse werden solche Daten als Quelle betrachtet, also verarbeitet und genutzt. Und das Ziel ist die Erkennung von Mustern. Es stellt sich also erneut die Frage, ob, in welchem Umfang und unter welchen Bedingungen eine Analyse solcher Daten überhaupt zulässig ist. Dasselbe gilt für Daten aus dem Smart Grid. Zwar sind die Informationen in diesem Fall Summenverbräuche vieler Verbraucher, aber es sind zumindest Fälle denkbar, in denen Aussagen über Einzelpersonen oder Haushalten möglich sind.

Leave a Comment

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.